Veranstaltungsreihe: G 20 - Gipfel der Repression?! Veranstaltung 2: Dienstag, 05.12.2017, 19 (!!!) Uhr, KFZ Marburg

Veranstaltung 2: Widerstand und Gegenwehr: Über Polizeilügen und Strafprozesse

Dienstag, 05.12.2017, 19 (!!!) Uhr, KFZ Marburg

Im Zuge des G20 hat die Polizei 2000 Ermittlungsverfahren gegen Demonstrierende aufgenommen. Noch sind die Details in den meisten Fällen nicht klar. Bekannt ist, dass ca. 20 Beschuldigte noch immer im Knast sitzen, vier von ihnen wegen dieses Vorfalls:
Hamburg am Morgen des 7. Juli 2017, Straße Rondenbarg. Laut Polizei wurden hier die Einsatzkräfte von einem 'geschlossenen schwarzen Block' mehrfach massiv mit Steinen, Flaschen und Pyrotechnik beworfen. Die Polizei habe sich zur Wehr setzen müssen, 73 Demonstrierenden wurden 'zu Boden gebracht'. Es folgt die größte Festnahme-Aktion der Gipfeltage.
Allerdings zeigt das im Internet aufgetauchte Polizeivideo etwas ganz anderes: Lediglich drei Bengalos sind zu sehen, die weit vor den Einsatzkräften auf die Straße fallen. Kein Stein, kein massiver Bewurf, keine Körperverletzung, kein Angriff. Als die Polizei auf sie zurennt, drehen die Demonstrierenden um und versuchen wegzulaufen. Dort allerdings wartet schon der Wasserwerfer....
Im Zuge dieser Auseinandersetzung wurden nicht nur zahlreiche Personen direkt von der Polizei verletzt. In Panik versuchten mehrere Demonstrierende über ein Mauergeländer zu fliehen. Dieses gab allerdings nach, viele Menschen stürzten zwei Meter in die Tiefe. 14 Personen mussten in Krankenhäusern behandelt werden.
Die strittige Auseinandersetzung am Rondenbarg ist in diesem Zusammenhang besonders bedeutsam: Allein 59 Ermittlungsverfahren stammen aus diesem Einsatz. 13 Personen saßen in Untersuchungshaft, vier von ihnen sind noch immer im Knast.

Wir haben den Rechtsanwalt Rasmus Kahlen aus Göttingen eingeladen. Er vertritt einen der Beschuldigten vor Gericht und wird uns Einblicke in die laufenden Verfahren geben.

Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei. Eine dritte Veranstaltung zum Thema 'Linksunten. Indymedia' wird es im Januar an gleicher Stelle geben. Achtet auf Ankündigungen!